Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften

Schnelle Renovierung rechtzeitig abgeschlossen


Mit Blick auf die Herausforderungen der Pandemie war der schnelle Wiederaufbau der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und des Gesundheitszentrums der Katholischen Universität mit Hilfe aus Deutschland ein Glücksfall.

Seit 18 Jahren unterstützt die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Katho­lischen Universität von Mosambik in Beira (kurz: UCM). Viel Geld, Arbeit und Herzblut sind in das Projekt geflossen. Umso erschreckender waren die Zerstörungen, die Zyklon Idai an der UCM und am angegliederten Gesundheitszentrum São Lucas im Frühjahr 2019 angerichtet hatte.

Auch mit Hilfe der enorm schnellen und großzügigen Unterstützung aus Deutschland konnte das Gesundheitszentrum in Rekordzeit wiederaufgebaut werden, so dass es schon im Juni 2019 wiedereröffnet wurde. Bei der DMG waren innerhalb von nur 2 Monaten circa 320.000 Euro Spenden für die Beira-Soforthilfe eingegangenen. Mit Blick auf die Corona-Pandemie, die nur ein Jahr später zuschlug, können wir von Glück sagen, dass wir so schnell helfen konnten. Auch die anderen geplanten Behebungen der Sturmschäden an den Gebäuden der UCM konnten vor Einsetzen der Corona-Pandemie noch durchgeführt werden.

Ebenfalls mussten viele medizinische Geräte neu angeschafft werden. Hier haben viele DMG-Freunde mitgeholfen. So hat die Fachärztin für Frauenheilkunde Dr. Chris­tiane Meigen, welche die UCM regelmäßig als Teil des deutschen Ärzteteams besucht, ein hochwertiges Ultraschallgerät inklusive Wagen im Wert von 20.000 Euro zu einem vergünstigten Sonderpreis organisieren können. Leider konnte es aufgrund der ausgefallenen Reisen bislang noch nicht nach Mosambik transportiert werden. Die Verschiffung wird gerade organisiert. An der Wiederbeschaffung der medizinischen Geräte in Höhe von insgesamt 120.000 Euro hatte sich das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk Action Medeor e. V. mit 60.000 Euro beteiligt.

Am Wiederaufbau in Beira beteiligte sich auch die Ravensburger Fensterfirma von Klaus Wachter. Dieser hatte über eine Sammelaktion 115 neue Fenster zusammengetragen, die von der Aalener Spedition Brucker GmbH kostenfrei nach Hamburg transportiert wurden. In Hamburg wiederum hat sich Honorarkonsul Dietrich Sche­der-Bieschin um den kostenfreien Transport nach Mosambik gekümmert. Coronabedingt kamen die Fenster mit großer Verspätung erst im Oktober 2020 am Bestimmungsort an. Die Katholische Universität übernimmt vor Ort die Verteilung der Fenster an die Bevölkerung.

An der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der UCM sind circa 2.200 Studenten eingeschrieben. Jedes Jahr beginnen dort rund 500 Studenten ihr Studium. Sie werden von 55 Vollzeitlehrkräften und 92 Teilzeitkräften unterrichtet. Sie werden in Allgemeinmedizin, Krankenpflege, klinischer Analyse und Laboranalyse, Pharmazie, Krankenhaus-Management, Psychologie und sozialer Arbeit ausgebildet. Normalerweise graduieren jährlich rund 70 Ärzte an der UCM. Damit leistet die Einrichtung einen wichtigen Beitrag, um die immer noch immense Unterversorgung der Bevölkerung im Bereich Gesundheit zu bekämpfen. Die UCM gehört zu den zwei besten Universitäten in Mosambik. Sie bildet nicht nur Ärzte aus, die später auch im nationalen mosambikanischen Gesundheitswesen oder bei NGOs wichtige Aufgaben übernehmen. So sind die Studenten auch während ihres Studiums permanent in den umliegenden Gemeinden im Einsatz, um die Menschen über Gesundheits- und Hygienethemen aufzuklären. Gerade in Pandemie-Zeiten ist ihre „Feldarbeit“ von unschätzbarem Wert.

Seit vielen Jahren unterstützen die Diözesen Eichstätt, München-Freising und Augsburg die Fakultät mit erheblichen Mitteln. Für das Jahr 2021 haben sie erhebliche Mittel zugesagt. Von den Geldern werden u. a. Schutzausrüstung für die UCM-Studenten gekauft, anatomische Modelle für das Anatomielabor angeschafft sowie die notwendige Ausrüstung für die Einrichtung eines Teleausbildungs- und Telemedizinprogrammes organisiert. Durch Spenden möglich gewordene Anschaffungen von Handschuhen und Masken sind in der Pandemie von großem Wert. Ein Großteil der Studenten arbeitet regelmäßig in den verschiedenen medizinischen Einrichtungen direkt am Patienten.

Das geplante Teleausbildungs- und Telemedizinprogramm kann in Mosambik potenziell Leben retten. Die Medizinstudenten der UCM absolvieren in der Regel im letzten Semester ein 8-wöchiges Praktikum in einer ländlichen Region. Allerdings sind sie beim „Praktikum“ in der Behandlung der Patienten in großen Teilen auf sich allein gestellt. Mit der passenden Audio- und Videotechnologie und der Möglichkeit, einzelne Fälle mit Fachleuten in Beira zu besprechen und die entsprechenden Labordaten oder Ultraschilderbilder virtuell auszutauschen, können die Studenten ihre Arbeit erheblich verbessern.

Die von der DMG mit einer Stiftungsprofessur unterstützte Ärztin Prof. Dr. Kajal Chhaganlal ist mittlerweile zur Dekanin der Fakultät für Gesundheitswissenschaften aufgestiegen. Außerdem fördert die DMG ein Forschungsprojekt des mosambikanischen Arztes Mário Antunes zur besseren Versorgung von Kindern mit Schädel-Hirn-Trauma an der UCM.


Ärzteteam aus Deutschland besucht Mosambik

Leider konnte coronabedingt im Jahr 2020 keine Reise des bekannten 4-köpfigen Ärzteteams bestehend aus zwei Internisten (Prof. Dr. Ulrich Solzbach und Dr. Werner Zürn), einer Gynäkologin (Dr. Christiane Meigen)und Prof. Dr. Florian Heinen (Kinder- und Jugendarzt und Neurologe) nach Mosambik erfolgen. Normalerweise besuchen die vier Ärzte die Katholische Universität in Beira mit ihrer Medizinischen Fakultät und Klinik einmal pro Jahr.

Das von der DMG unterstützte Team schult vor allem die Studenten, Ärzte und angehenden Ärzte. So werden z. B. gemeinsam Ultraschall-Diagnosen gestellt und die anschließende Behandlung geplant. Die Expertise der deutschen Ärzte auf den Gebieten Gastroenterologie, Kardiologie, Gynäkologie und Geburtshilfe und Kinderneurologie ist immer hochwillkommen. Trotz der ausgefallenen Reise bleibt der Kontakt zwischen dem Ärzteteam und der UCM eng.

Vor allem Prof. Dr. Florian Heinen steht im ständigen engen Austausch mit der mosambikanischen Ärztin Prof. Dr. Chhaganlal, die u. a. auch in München studiert hat und an der UCM eine treibende Kraft in der Verbesserung der Gesundheitsversorgung und des Lehrbetriebs ist. Zwischen der LMU in München und den Ärzten der UCM findet mittlerweile einmal wöchentlich eine virtuelle „Telemedizin-Brücke“ statt, in der sich die Ärzte zu einzelnen Fällen austauschen.