Der Ball rollt nicht mehr

Corona bringt viele Fußballaktivitäten zum Stillstand.

Das Corona-Virus hat auch Mosambik fest im Griff: In Albazine, einem Armenviertel der Hauptstadt Maputo, waren die Schulen lange geschlossen bzw. findet der Unterricht noch immer nicht für alle Schulklassen statt, die Fußballplätze durften nicht bespielt werden und die Vereinsaktivitäten kamen teilweise zum Erliegen. Der Baye­rische Fußball-Verband (BFV) führt sein Mosambik-Engagement gerade in diesen Zeiten mit besonderer Leidenschaft fort.

Bereits seit 2005 engagiert sich der Bayerische Fußball-Verband in einem der ärmsten Länder der Welt. Ziel des BFV-Sozialprojektes in Mosambik ist es, in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und sich selbst tragende, nachhaltige Strukturen zu schaffen. Der BFV investiert in die Zukunft der vielen Kinder und Jugendlichen, die in Mosambik in sehr armen Verhältnissen unter sehr schlechten Hygiene-, Ernährungs- und Wohnbedingungen leben, kaum Bildungschancen haben und barfuß Fußball spielen müssen. Mit den Geldern der Sozialstiftung hat der BFV die Grundschulen „Escola Primaria Completa Acordos de Roma“, „Escola Primaria Completa 9 de Agosto“ und die „Escola Primaria Completa do Albasine“ in Maputos Armenviertel Albazine mit Möbeln, Sportausrüstung und Lehrbüchern ausgestattet und Minispielfelder errichtet, auf denen die Kinder und Jugendlichen dem Ball nachjagen können. An der Schule „EPC Albazine“ entstand mit den anlässlich des 2015 überraschend verstorbenen BFV-Vizepräsidenten Horst Winkler gesammelten Spenden eine Bibliothek. An allen Schulen werden regelmäßig auch AIDS- oder Gewaltpräventionsprogramme durchgeführt. Zu den Förderprojekten gehörte in der Vergangenheit z. B. auch der Bau von Brunnen in Albazine und Namaacha, von denen die gesamte lokale Bevölkerung bis heute profitiert. In Albazine waren bis 2015 rund 6000 Schulkinder ohne Wasserzugang. Um die Nachhaltigkeit dieses Projekts zu gewährleisten und weiter zu verbessern, investiert der BFV gleichzeitig in das Know-how der Erzieher, Lehrer und Trainer vor Ort. Auf dem Programm stehen dabei Workshops zum Aufbau moderner ehrenamtlicher Klubstrukturen, zur Verzahnung von Projekten mit den einzelnen Schulen und dem Schulsystem sowie zum Aufbau von Talentförderstrukturen und Mädchenfußball-Angeboten. Aktuell nutzen die Trainer des Klubs Associação Desportiva de Albazine (ADA) die Corona-Pandemie, um sich digital zu Themen wie Spielerregistrierung sowie zu Spielertransfers fortzubilden und den Fußballplatz in Stand zu halten.

Und die nächsten Projekte sind bereits in Planung: Im neuen Jahr soll das Lehrerzimmer der Schule „EPC Albazine“ renoviert und vergrößert werden. Zudem ist der Bau eines Zentrums für Frauen- und Mädchenfußball inklusive Schulungs- bzw. Mehrzweckräumen geplant, das im Armenviertel Albazine der Hauptstadt Maputo entstehen soll. Sowohl der Mosambikanische Fußballverband als auch die Verantwortlichen des BFV-Partnervereins „Associação Desportiva de Albazine“ haben bereits ihre Unterstützung signalisiert. Im nächsten Schritt sollen jetzt weitere Partner gefunden werden, die das Projekt unterstützen.

Insgesamt hat die BFV-Sozialstiftung seit Beginn ihres Engagements in Mosambik circa 250.000 Euro in Projekte vor Ort investiert.
 
Weitere Infos: www.bfv-sozialstiftung.de